Klinisch wissenschaftlich, Fokus auf das Verfahren | Ermischsonde 2.0

AKUTER DÜNNDARM ILEUS

Geschlossene intraoperative Dekompression in der Notfalllaparotomie

ERMISCHSONDE 2.0

Geschlossene intraoperative Dünndarmdekompression als etabliertes chirurgisches Verfahren. Diese Website bildet die Inhalte der Gebrauchsanweisung in einer für den klinischen Alltag besser lesbaren, websitebasierten Struktur ab.

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Wenn im OP kurzfristig Bedarf entsteht, ist die Hotline durchgehend erreichbar.

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Platzhalter Visual. Hier später intraoperative Abbildungen, schematische Ablaufgrafiken oder freigestellte Produktdarstellungen ergänzen.
Grundlagen

Zweckbestimmung

Die Ermischsonde 2.0 ist als steriles Einmalinstrument zur geschlossenen intraoperativen transoralen Dünndarmdekompression und Schienung im Rahmen eines offen chirurgischen Notfalleingriffs bei einem akuten operationspflichtigen Dünndarmileus vorgesehen, unabhängig von dessen Genese (mechanisch oder paralytisch).

Die Anwendung erfolgt ausschließlich im Operationssaal unter sterilen Bedingungen durch in der Ileus Chirurgie erfahrene Viszeralchirurginnen und Viszeralchirurgen.

Indikation und Verfahrensziel

Das Verfahren dient der vollständigen geschlossenen intraoperativen Dekompression und Schienung des Dünndarms bei einem akuten operationspflichtigen mechanischen oder paralytischen Dünndarmileus.

Ziel ist eine kontrollierte Entlastung ohne zusätzliche Enterotomie sowie die Stabilisierung der Dünndarmschlingen im postoperativen Verlauf.

  • offen chirurgischer Notfalleingriff
  • akuter mechanischer oder paralytischer Dünndarmileus
  • transorale geschlossene Dekompression und Schienung

Klinischer Nutzen

  • vollständige transorale Dekompression des Dünndarms ohne zusätzliche Enterotomie
  • Reduktion des intraabdominellen Drucks mit verbesserter intraoperativer Übersicht
  • atraumatischeres Vorgehen bei stark distendierten Darmschlingen
  • Kombination von Dekompression und Schienung in einem operativen Schritt
  • Stabilisierung der Dünndarmschlingen zur Vermeidung von Verdrehungen oder Knoten im postoperativen Verlauf
Jahresübersicht 2026

Messen und Kongresse: geplante Termine

Datum

Veranstaltung

Ort

22.–24.04.2026

143. Deutscher Chirurgie Kongress

Leipziger Messe

05.–06.06.2026

MGG-MDCV-TGC 2026

Weimarhalle, Weimar

18.06.2026
09.15 Uhr

Viszeralmedizin NRW 2026
Saal 6: Abstract Präsentation „Ermisch Sonde 2.0“

Dortmund

24.–26.06.2026

NDCH 208. Sommertagung der Norddeutschen Chirurgie

Medical Park Hannover

22.–24.07.2026

103. Jahrestagung der Bayerischen Chirurgie

Universitätsklinikum Erlangen

08.–09.10.2026

113. Jahrestagung der Mittelrheinischen Chirurgie

Konzil Konstanz, Bodensee

Sondierungstechnik und Anwendung

Intraoperativer Handlungsablauf

Die nachfolgende Struktur übersetzt die Gebrauchsanweisung in einen klinisch lesbaren Handlungsablauf. Sie ist nicht als Ersatz der IFU gedacht, sondern als gestalterisch verdichtete Darstellung derselben Inhalte.

1

Team, Umgebung und Verantwortlichkeiten

Ziel ist eine sichere, atraumatische transorale Einführung und Dekompression durch ein eingespieltes OP-Team aus Viszeralchirurgie, Anästhesie und OP-Pflege.

Anästhesie
Magensonde legen, transorale Einführung, Mandrin Handling, aktiver Vorschub auf Anweisung bis zur Übergabe unterstützt die Dekompression durch Steuerung der Absaugung nach chirurgischer Vorgabe.

Chirurgie
Führung des Sondenkopfes, Passagekontrolle, Dekompressionssteuerung, Perfusionsbeurteilung Ziel ist die schrittweise vollständige Dekompression des Dünndarms unter kontinuierlicher Kontrolle der Gewebevitalität.

OP-Pflege
Vorbereitung und Konditionierung des Gelatineführungskopfes im sterilen handwarmen Wasserbad (wenige Minuten).

Umgebung
sterile OP-Bedingungen. Keine Anwendung in ambulanten, minimalinvasiven oder konservativen Settings.

2

Material und Vorbereitung

Vor Anwendung erfolgt die standardisierte Vorbereitung der Sonde einschließlich Funktionsprüfung und Konditionierung des Sondenkopfes gemäß Gebrauchsanweisung.


Magensonde als Bestandteil des Behandlungskonzepts
Bei Patientinnen und Patienten mit akutem operationspflichtigem Dünndarmileus ist präoperativ regelhaft eine nasogastrale Sonde anzulegen. Sie dient der proximalen Entlastung und ergänzt die Dekompression über die transoral eingebrachte Ileussonde.

3

Anschluss und Steuerung der Absaugung

Das Absaugsystem wird über ein T Stück mit Fingertip Regler sicher angeschlossen. Die aktive Absaugung erfolgt ausschließlich während der Dekompression und wird durch die Chirurgie gesteuert.

  • keine Absaugung während des Vorschiebens
  • Sog moderat einstellen
4

Einführung, Passagevorbereitung und Vorschub

Die Einführung erfolgt laryngoskopisch durch die Anästhesie. Am pharyngo-ösophagealen Übergang kann ein leicht überwindbarer Widerstand auftreten. Nach Vorschub in den Magen erfolgt vor Passieren des Pylorus die äußere Fixation durch die Chirurgie, um dem Anästhesieteam das sichere Entfernen des Mandrins zu ermöglichen.

  • Sondenkopf unter kontrollierter Führung über den Duodenalbogen in den retroperitonealen Duodenumabschnitt vorführen
  • nach Anheben des Mesocolon transversum den Sondenkopf palpieren und unter Umgehung des Treitz Bandes in das Jejunum führen
  • vor jedem Vorschub die Perfusion des vorausliegenden Darmsegments beurteilen
  • nur vital erscheinende, ausreichend perfundierte Darmabschnitte sondieren
  • während die Chirurgie führt, stellt die Anästhesie durch kontinuierlichen Vorschub die Schlauchreserve sicher
5

Geschlossene Dekompression intraoperativ

Die Dekompression des Dünndarms erfolgt geschlossen über die Sonde und wird aktiv über den Fingertip Regler gesteuert. Sie erfolgt schrittweise im Wechsel mit weiterem Vorschub unter kontinuierlicher Kontrolle durch die Chirurgie.

  • Sog ausschließlich während der Dekompression, nicht während des Vorschubs
  • schrittweise und vollständige Entlastung des distendierten Dünndarms
  • nach Abschluss verbleibt die Sonde im mittleren Dünndarmabschnitt
  • die Dünndarmschlingen werden durch die Sonde mäanderförmig geschient
6

Retrograde transnasale Ausleitung und Armierung

Am Ende des Eingriffs wird ein CH 12 Katheter transnasal eingeführt, mit der Magill Zange aus der Mundhöhle ausgeleitet, mit der oral liegenden Sonde verbunden und anschließend retrograd transnasal ausgeleitet.

  • Fixation der Sonde mittels Nabeltupfer
  • Sicherung an der Nase mit Pflaster
7

Wechsel des Ableitungssystems

Nach Abschluss des Eingriffs wird die aktive Absaugung entfernt und eine passive Drainage nach dem Heberprinzip mit Sammelbeutel angeschlossen.

  • kontinuierliche, schonende Ableitung im postoperativen Verlauf
Videos

ERMISCH SONDE 2.0 — Einsatz und Anwendung

ERMISCH SONDE 2.0 — Einsatz im klinischen Kontext

ERMISCH SONDE 2.0 — Anwendung im klinischen Realfall

Postoperatives Regime

Magensonde, Spülung, Kontrolle und Entfernung

Dieser Abschnitt bildet das in der IFU beschriebene postoperative Regime vollständig in gegliederter Form ab.

Postoperative Ableitung und Magensonde

  • die Ileussonde wird postoperativ passiv über das Heberprinzip drainiert
  • zusätzlich verbleibt die präoperativ angelegte Magensonde (nasogastral) zur proximalen Entlastung des Magens sowie zur Reduktion von Reflux und Aspirationsrisiko

Durchgängigkeit und Lagekontrolle

  • die Ileussonde wird alle 6 Stunden mit ca. 20 ml steriler physiologischer Kochsalzlösung gespült
  • Ziel ist die Sicherstellung der Durchgängigkeit und Vermeidung von Sekretblockaden
  • bei Spülwiderstand vorsichtig injizieren, niemals forcieren
  • eine röntgenologische Lagekontrolle wird im Verlauf empfohlen, insbesondere bei klinischem Verdacht auf Dislokation

Verweildauer und schrittweiser Rückzug

  • die Sonde verbleibt in der Regel 4 bis 7 Tage im Dünndarm
  • die Dauer richtet sich nach klinischem Verlauf und Rückbildung der Distension
  • nach Erholung der Darmfunktion schrittweiser Rückzug alle 8 Stunden um ca. 25 bis 30 cm
  • bei Widerstand Zugkraft sofort reduzieren und das Vorgehen zeitversetzt fortsetzen

Klinische Überwachung

  • engmaschige klinische Kontrolle von Bauchumfang, Drainagemengen und Allgemeinzustand
  • Dokumentation der Spülungen, Lagekontrollen und Rückzugsschritte
  • der Sondenschlauch darf extern nicht gekürzt werden, damit die Gesamtlänge reproduzierbar bleibt
Ethische Ziele

Verantwortung im klinischen Einsatz

Bei USC MEDICAL steht die sichere und indikationsgerechte Anwendung der Ermischsonde im klinischen Einsatz im Mittelpunkt.

Leitgedanke

Zweckgebundene Unterstützung in Notfallsituationen

Die Ermischsonde 2.0 wurde mit dem Ziel entwickelt, die intraoperative Versorgung beim akuten, operationspflichtigen Dünndarmileus sicherer und kontrollierbarer zu gestalten, indem sie eine geschlossene transorale Dünndarmdekompression im Rahmen eines offen chirurgischen Eingriffs ermöglicht.

Konkretes Engagement
  • Bereitstellung eines etablierten chirurgischen Verfahrens in moderner und sicherer Form
  • Stärkung der Patientensicherheit in dieser spezifischen Notfallsituation
  • klare, zweckgebundene und indikationsgerechte Anwendung
  • kontinuierliche Weiterentwicklung der Ermisch Sonde im Austausch mit erfahrenen Viszeralchirurginnen und Viszeralchirurgen
Verantwortung

USC MEDICAL konzentriert sich ausschließlich auf die Entwicklung und Anwendung der Ermisch Sonde und stellt sicher, dass ihr Einsatz stets verantwortungsvoll, indikationsgerecht und regelkonform erfolgt.

Qualitätsentwicklung

Rückmeldungen aus der klinischen Anwendung der Ermisch Sonde fließen zielgerichtet in die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems ein, um den chirurgischen Nutzen und die Sicherheit kontinuierlich zu verbessern.

Formale Angaben

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG der USC Medical GmbH

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Reichenbach im Vogtland

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08468 Reichenbach im Vogtland

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Leipzig

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Register und Steuern
  • Amtsgericht Chemnitz: HRB 35154
  • Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Uwe Seidel
  • Umsatzsteuer Identifikationsnummer gemäß § 27 a UStG: DE355082872
  • Steuernummer: 223/297/71397
  • Redaktionell verantwortlich: Dipl.-Ing. Uwe Seidel
Verbraucherstreitbeilegung

USC Medical ist nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.

Regulatorik

Regulatorische Hinweise und Sicherheit

  • Die Ermisch Sonde 2.0 ist ein steriles Einmalinstrument zur Anwendung im definierten klinischen Einsatzbereich. Die Anwendung erfolgt ausschließlich durch erfahrene Viszeralchirurginnen und Viszeralchirurgen unter sterilen OP-Bedingungen.
  • Das Produkt ist gemäß § 11 MPDG durch das BfArM für den Verkehr in Deutschland befristet zugelassen. Eine CE-Kennzeichnung besteht im Rahmen dieser Sonderzulassung nicht.
  • Die vollständigen Angaben zu Zweckbestimmung, Kontraindikationen, Warnhinweisen sowie zum postoperativen Regime sind der jeweils gültigen Gebrauchsanweisung (IFU) zu entnehmen und vor Anwendung vollständig zu beachten.
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